The Fraud ArchiveThe Fraud Archive
Back to Danske Bank: 200 Milliarden Euro an verdächtigen Geldern durch Estland
Ermöglicher/ManagementfigurDanske Bank Estonia; former branch managerDenmark

Hanne Mørch

1971 - Present

Hanne Mørch war eine der Personen, die mit dem internen Betrieb der estnischen Niederlassung in Verbindung standen, ein Hinweis darauf, dass Geldwäsche-Skandale nicht nur von Führungskräften in der Zentrale aufrechterhalten werden, sondern auch von Managern, die abnormalen Risiken auf der Ebene der Niederlassungen Normalität verleihen. In öffentlichen Berichten und späteren Überprüfungen wurde die Niederlassungsleitung Teil der Frage, wie ein kleines Büro ein so großes Volumen an verdächtigen Geschäften mit Nichtansässigen bedienen konnte, während es sich gleichzeitig als eine routinemäßige Geschäftseinheit präsentierte.

Ihre Rolle ist wichtig, da die Niederlassung kein gesichtsloses Pipeline-System war. Jemand musste Beziehungen autorisieren, schwache Akten tolerieren und eine Arbeitskultur aufrechterhalten, in der verdächtige Aktivitäten nicht als Grund angesehen wurden, die Tür zu schließen. Das macht einen Niederlassungsleiter zu einem institutionellen Torwächter mit echter Macht, insbesondere in einem Umfeld, in dem lokale Mitarbeiter beeinflussen können, welche Informationen nach oben gelangen und welche im Prozess verborgen bleiben.

Psychologisch wird der Ermöglicher auf der Niederlassungsseite in einem solchen Fall selten in den öffentlichen Aufzeichnungen als jemand dargestellt, der Kriminalität um ihrer selbst willen genießt. Vielmehr ist das Muster eine Mischung aus Karrierismus, Normalisierung und praktischer Blindheit. Ein Manager kann zu der Überzeugung gelangen, dass, wenn das Geschäft profitabel ist und die Bank es nicht gestoppt hat, das Risiko akzeptabel ist. Im Laufe der Zeit wird das nicht zu einer Entscheidung, sondern zu einer Kultur. Das Alarmierende an dieser Kultur ist, wie professionell sie von außen aussehen kann.

Öffentliche Aufzeichnungen und Journalismus haben nicht immer jede interne Entscheidung klar auf die Unterschrift einer Person abgebildet. Diese Lücke ist an sich aufschlussreich. In komplexen Finanzinstitutionen wird die Verantwortung oft so verteilt, dass kein einzelner Manager das vollständige Bild zu besitzen scheint. Doch auf der Ebene der Niederlassung wird der kriminelle Fluss tatsächlich von Konto zu Konto bearbeitet. Wenn die Akten unzureichend waren, wenn das Buch der Nichtansässigen zu riskant war, wenn Warnungen ignoriert wurden, dann ist die Managementebene der Ort, an dem das Versagen realisiert wurde.

Mørchs Platz im Skandal ist daher weniger mit dramatischer öffentlicher Schande als mit operationeller Wahrheit verbunden. Die estnische Niederlassung hätte ihr Geschäft nicht aufrechterhalten können, ohne lokale Manager, die bereit waren, mit den Widersprüchen zu leben. Ihre Rolle hilft zu erklären, wie eine große Geldwäschemaschine im Alltag gewöhnlich erscheinen kann: nicht weil ihre Manager dumm sind, sondern weil sie darauf trainiert sind, unbequeme Fakten in eine profitable Struktur zu integrieren.

Frauds