The Keating Five
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Die Keating Five waren kein einheitlicher Geist, sondern ein politisches Ereignis: Die Senatoren Alan Cranston, Dennis DeConcini, John Glenn, John McCain und Donald Riegle wurden zur Kurzform für einen Skandal, in dem Zugang, Beiträge und regulatorischer Druck aufeinandertrafen. Ihnen wurde nicht vorgeworfen, den Betrug von Lincoln Savings orchestriert zu haben, aber ihre Interventionen zugunsten von Charles Keating wurden Teil der moralischen Anatomie des Falls. In den öffentlichen Aufzeichnungen erschienen sie weniger als Verschwörer denn als getrennte Männer, die unter unterschiedlichen Drucksituationen und mit unterschiedlichen Rationalisierungen auf denselben schädlichen Akt konvergierten: die Autorität des US-Senats einem Finanzier zu verleihen, der sie nicht verdiente.
Was die Gruppe wichtig macht, ist die Art und Weise, wie sie die sozialen Mechanismen des Einflusses offenlegte. Senatoren sollen für ihre Wähler verfügbar und auf legitime Anliegen ansprechbar sein. Doch wenn ein in Schwierigkeiten geratener Finanzier unter regulatorischer Prüfung durch Spenden, sozialen Status und die Aura bürgerlicher Respektabilität Treffen, Sympathie oder Druck gewinnt, verschwimmt die Grenze zwischen Vertretung und Einmischung. Das Problem war nicht einfach Bargeld für Gefälligkeiten im cartoonhaften Sinne. Es war subtiler und korrosiver: die Umwandlung von Zugang in Isolation. Die Öffentlichkeit sah keine ordentliche Verschwörung; sie sah das ältere, chaotischere Muster der Nähe der Eliten, das die Verantwortlichkeit verzögerte.
Jeder Senator kam mit einem Selbstbild zu dem Skandal, das es wert ist, untersucht zu werden. Cranston, ein erfahrener Liberaler, hatte sich lange als Verteidiger der gewöhnlichen Menschen und als Wächter öffentlicher Anliegen präsentiert. DeConcini und Riegle brachten die Gewohnheiten der transaktionalen Politik mit, das Gefühl, dass Treffen und Interventionen Teil des Jobs waren. Glenn, der ehemalige Astronaut und Symbol der Rechtschaffenheit, trug einen Ruf für Disziplin und Ernsthaftigkeit, der sein Engagement besonders schockierend machte. McCain, der sich damals noch in der frühen Phase seines nationalen Rufs befand, würde später am stärksten durch die Affäre transformiert werden und sie als eine prägende Wunde in seiner politischen Identität behandeln. Auf unterschiedliche Weise konnte sich jeder Mann einreden, dass er einfach zuhörte, untersuchte oder versuchte, Arbeitsplätze und Wähler zu schützen. Diese Rechtfertigungen sind wichtig, weil sie zeigen, wie ethisches Versagen oft in der Pflicht gekleidet auftritt.
Psychologisch geht es in dem Fall um reputationsschützende Maßnahmen. Diese Männer hatten Karrieren damit verbracht, öffentliches Vertrauen aufzubauen, und in der Angelegenheit Keating verliehen sie dieses Vertrauen einer privaten Institution, die es nicht verdiente. Sie mussten nicht glauben, dass Keating unschuldig war, um ihm nützlich zu sein; sie mussten nur glauben, dass der regulatorische Prozess übertrieben war oder dass ihr eigener Zugang ihn moderieren könnte. Dieser halbe Glaube, diese Bereitschaft, Vorsicht mit Urteilsvermögen zu verwechseln, war genug. Der Skandal wird somit zu einer Studie über Selbsttäuschung: keine offene Schurkerei, sondern der gefährliche Komfort, sich vorzustellen, man balanciere lediglich Interessen.
Die Konsequenzen waren real und ungleichmäßig. Für Kunden von Spar- und Darlehensinstituten, Investoren und Rentner war der Preis nicht abstrakt. Lincoln Savings brach in einen der berüchtigsten Misserfolge der Ära zusammen, und die breitere Krise im Sparsektor entleerte öffentliche Gelder und das öffentliche Vertrauen. Für die Senatoren war der Schaden reputations- und geschichtsträchtig. McCains Rolle wurde untersucht, kritisiert und dann in seine spätere Erzählung von Reformen eingearbeitet. Auch die anderen wurden, wenn auch in unterschiedlichem Maße, durch das Gefühl befleckt, dass sie politisches Prestige zugelassen hatten, um die Überprüfung zu mildern. Ihre Karrieren gingen weiter, aber der Skandal heftete sich an ihre Namen als Erinnerung daran, dass Nähe zur Macht nicht dasselbe ist wie Integrität.
Die Keating Five bleiben bedeutend, weil sie aufzeigen, wie demokratische Legitimität ohne formelle Bestechung, ohne einen geheimen Pakt und ohne einen einzigen Mastermind gefährdet werden kann. Ein Banker musste den Staat nicht besitzen; er benötigte nur genügend Zugangspunkte, um die Aufsicht unhöflich erscheinen zu lassen. In diesem Sinne sind die Keating Five weniger ein Gruppenporträt als ein diagnostisches Diagramm institutioneller Schwäche: Männer von Status, jeder mit einem öffentlichen Gewissen und einem privaten Vorteil, die einem gefährlichen Mann helfen, Zeit zu gewinnen.
