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Back to Der Irak-Wiederaufbaubetrug: 9 Milliarden Dollar, die einfach verschwunden sind
ErmittlerDoD Inspector General / Special Inspector General for Iraq Reconstruction (acting oversight leadership)United States

Thomas F. Gimble

1954 - Present

Thomas F. Gimble gehört zur institutionellen Unterschicht der Irak-Wiederaufbauära: nicht die Politiker, die das Projekt verkauft haben, nicht die Auftragnehmer, die davon profitiert haben, sondern der auf Überprüfung bedachte Beamte, der damit beauftragt war zu messen, ob die Maschinerie etwas produzierte, das auch nur im Entferntesten mit Rechenschaftspflicht vergleichbar war. Er ist wichtig, weil er genau in dem engen, oft vergeblichen Raum arbeitete, in dem die Regierung versucht, sich selbst zu prüfen, nachdem der Schwung bereits die Zurückhaltung überholt hat. In diesem Sinne war Gimble nicht das Gesicht des Kriegsengagements, sondern eine seiner Gewissenfunktionen, angegliedert an ein System, das schnell ausgeben und langsam erklären konnte.

Seine berufliche Bedeutung beruht auf der Aufsicht, insbesondere im Bereich der Verteidigungs- und Wiederaufbauüberprüfung, wo die zentrale Frage nicht war, ob Geld genehmigt wurde, sondern ob es verfolgt, gerechtfertigt und auf eine Weise verwendet wurde, die einer Prüfung standhalten konnte. Das ist eine unglamouröse Mission, aber auch eine moralisch aufgeladene. In Umgebungen wie dem Irak-Wiederaufbau wird Dokumentation zu einer Art ethischem Gerüst: Wenn Aufzeichnungen unvollständig sind, wird die Verantwortung diffus; wenn Prüfungen verzögert werden, verhärten sich Verluste zu einem Präzedenzfall. Gimble’s Arbeit half, diese Mängel ans Licht zu ziehen oder zumindest in die Papiertrail, aus der spätere Untersuchungen nicht leicht entkommen konnten.

Psychologisch werden Figuren wie Gimble oft von einer bestimmten Art von Glauben getrieben — nicht der Glaube an die Tugend der Institution, sondern an die Notwendigkeit von Verfahren. Solche Beamten rechtfertigen sich häufig durch Disziplin statt durch Idealismus. Ihre private Überzeugung ist, dass Systeme nicht durch Inspiration ehrlich werden; sie werden durch Verifizierung, Wiederholung und das hartnäckige Bestehen darauf, dass Ansprüche durch Beweise untermauert werden, ehrlich. Diese Mentalität kann sie für Manager, die Geschwindigkeit und Mehrdeutigkeit bevorzugen, streng und sogar unsympathisch erscheinen lassen. Aber das tiefere Motiv ist meist schützend: Wenn die Regeln in Notfällen nicht durchgesetzt werden, dann wird der Notfall zur Ausrede für dauerhafte Nachlässigkeit.

Das schafft den zentralen Widerspruch in Gimbles Rolle. Öffentlich treten Aufsichtsbeamte als neutrale Techniker auf, als Hüter des Verfahrens und nicht als Gegner der Macht. Privat sind sie oft gezwungen zu verstehen, dass Neutralität selbst eine Maske für Konflikte werden kann. Verschwendung, fehlende Aufzeichnungen oder schwache Kontrollen in einem Kriegsgebiet zu dokumentieren, ist kein blutloser Akt. Es kann Karrieren bedrohen, hochrangige Führungskräfte in Verlegenheit bringen und die moralischen Kosten von Entscheidungen aufzeigen, die weit über der Prüfspur getroffen wurden. Der Aufseher kann behaupten, nur zu beobachten, aber Beobachtung in einem solchen Umfeld ist eine Form der Intervention. Der Bericht verändert die politische Realität, auch wenn er zu spät kommt, um die operationale zu verändern.

Die menschlichen Kosten dieser Arbeit sind doppelt. Für diejenigen, die den Ergebnissen ausgesetzt sind, kann es Entblößung, Schuld und institutionelle Peinlichkeit bedeuten. Für den Prüfer kann es bedeuten, ein Leben in der frustrierenden Rolle des Zeugen zu verbringen, nachdem der Schaden bereits angerichtet wurde. Gimbles Vermächtnis ist an diesen Schmerz gebunden: das Wissen, dass die Regierung oft erst nach der Verschwendung nach Prüfung fragt, wenn diese bereits verankert ist. Er steht für eine harte Wahrheit über die öffentliche Verwaltung in Kriegszeiten — dass Aufsicht am wertvollsten ist, wenn sie am wenigsten willkommen ist, und am eindringlichsten, wenn sie nach dem Moment eintrifft, in dem Prävention am wichtigsten gewesen wäre.

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