Jennifer J. Johnson
1950 - Present
Jennifer J. Johnson ist Teil der regulatorischen Seite der WaMu-Geschichte und repräsentiert die öffentliche Maschinerie, die unsichere Kreditvergabe einschränken sollte, oft jedoch erst ankam, nachdem der Schaden bereits entstanden war. Als Leiterin des Office of Thrift Supervision während der Krisenzeit stand sie an der Schnittstelle von rechtlicher Autorität und institutioneller Zögerlichkeit. Das ist ein schwieriger Platz: Der Regulator sieht die Zahlen, aber die Zahlen werden oft durch eine Kultur interpretiert, die weiterhin Gewinne produziert.
Ihre Rolle ist wichtig, weil WaMu kein unsichtbarer Randkreditgeber war. Es war eine große Institution, deren Risikoprofil der Aufsicht hätte erkennbar sein müssen. Doch die Geschichte dieser Periode zeigt, wie schwierig es für die Aufsicht war, mit Innovation, Anreizen und dem politischen Druck Schritt zu halten, um eine zu aggressive Einschränkung des Kredits während eines Booms zu vermeiden. Regulatoren können technisch informiert sein und dennoch das Rennen gegen einen sich schnell bewegenden Markt verlieren.
Das psychologische Profil eines Regulators in diesem Umfeld ist geprägt von Vorsicht, institutioneller Loyalität und der Last unvollständiger Informationen. Frühzeitig einzugreifen, birgt das Risiko, für Übergriff kritisiert zu werden; zu warten, birgt das Risiko, beschuldigt zu werden, während einer Katastrophe zu schlafen. Johnsons Bedeutung liegt nicht im Skandal, sondern in den Grenzen der Aufsicht selbst. Ihre Karriere beleuchtet, wie selbst kompetente Aufsicht übertroffen werden kann, wenn riskante Kreditvergabe im gesamten System normalisiert wird.
Im Fall WaMu war das Versagen nicht nur ein Mangel an individueller Aufmerksamkeit. Es war ein strukturelles Problem, bei dem die Anreize der Regulierten und des Regulators nie vollständig übereinstimmten. Das Wachstum der Bank konnte lange Zeit als Markterfolg verteidigt werden, nachdem die zugrunde liegenden Kredite bereits begonnen hatten, problematisch zu werden. Als die Institution beschlagnahmt wurde, konnte die Öffentlichkeit den Zusammenbruch sehen, aber die tiefere Lehre war, dass die Aufsicht die Warnsignale nicht früh genug in Maßnahmen umgewandelt hatte.
Sie gehört in die Dokumentation, weil Verantwortlichkeit in der Finanzkrise nicht nur die Täter betrifft. Es geht auch um die Menschen, die damit beauftragt sind, den Schaden zu verhindern, und was passiert, wenn ihre Werkzeuge, ihr Timing oder ihre Autorität unzureichend sind.
