John Law
1671 - 1729
John Law war kein konventioneller Betrüger, und das ist ein Teil des Grundes, warum er Erfolg hatte. Er war ein Spieler, ja, und ein Flüchtling vor einem früheren Todesurteil in England, aber er war auch ein Theoretiker des Geldes, der tief daran glaubte, dass das Geschäftsleben durch Papierkredite erweitert werden könnte. Diese Kombination — leichtfertiges Temperament plus echtes intellektuelles Selbstbewusstsein — verlieh ihm eine eigentümliche Macht am französischen Hof. Er bat die Herrscher nicht einfach, ihm zu vertrauen; er bot ihnen ein System an, das versprach, einen fiskalisch erschöpften Staat zu retten.
Seine Psychologie scheint, aus den historischen Aufzeichnungen, von Unruhe und Gewissheit geprägt gewesen zu sein. Law schien Institutionen als Mechanismen zu betrachten, die abgestimmt werden konnten, anstatt als heilige Erbschaften, die bewahrt werden mussten. Das ist eine ansprechende Denkweise in einer Zeit der Knappheit. Sie ist auch gefährlich. Er behandelte Vertrauen als ein Material, das konstruiert werden konnte. Wenn der Motor funktionierte, wirkte er wie ein Genie. Wenn er versagte, wirkte er wie ein Spieler, der Geschwindigkeit mit Solidität verwechselt hatte.
Was Law von einem bloßen Opportunisten unterscheidet, ist, dass er die überzeugende Kraft der Kohärenz verstand. Sein System verband Banknoten, Staatsanleihen, koloniale Monopole und staatliche Macht zu einer einzigen Geschichte. Die Architektur selbst wurde zum Verkaufsargument. Die Menschen kauften nicht nur eine Aktie; sie kauften eine Zukunft, in der Frankreich seine monetären Probleme gelöst hatte. Laws größtes Kapital war seine Fähigkeit, Abstraktion wie Politik erscheinen zu lassen.
Er war auch ein Geschöpf des sozialen Aufstiegs. Als Ausländer in Frankreich fehlte ihm die Abstammung, aber er erlangte Relevanz durch Nützlichkeit. Das könnte seinen Wunsch geschärft haben, sich im großen Maßstab zu beweisen. In einer Hofkultur, in der Gunst ebenso wertvoll sein konnte wie ein Titel, baute er sich in den Staat ein, indem er den Staat von seinem Design abhängig machte. Doch Abhängigkeit ist nicht dasselbe wie Beständigkeit. Sobald die Rückzahlungen kamen und das Vertrauen bröckelte, wurde der Mann, der Kontrolle versprochen hatte, zum Synonym für Verlust.
Law starb 1729 in Venedig, sein Ruf von Reformator zu warnendem Beispiel reduziert. Sein Leben bleibt einer der wichtigsten Fälle in der Geschichte der Finanzpsychologie: ein Mann, der die Zukunft des Geldes sah, bevor viele seiner Zeitgenossen es taten, aber der die Exzesse, die sein eigener Erfolg möglich machte, nicht zügeln konnte.
