Kerry Killinger
1949 - Present
Kerry Killinger ist die zentrale Führungspersönlichkeit im Aufstieg von Washington Mutual in die Hypothekengefahr, nicht weil er persönlich Kredite gefälscht oder betrügerische eidesstattliche Erklärungen unterschrieben hat, sondern weil er über die Kultur herrschte, die schwaches Kreditwesen innerhalb der Bank rationalisierte. Ein ehemaliger Banker, der das Prestige verstand, als diszipliniert wahrgenommen zu werden, verstand auch die Belohnungen, die mit Wachstum einhergingen. Diese Kombination ist entscheidend: Er sah nicht wie ein Cowboy aus, und das ließ die Strategie sicherer erscheinen, als sie war.
Killingers öffentliche Persona war die eines modernisierungsorientierten Chief Executive, eines Mannes, der eine traditionsreiche Sparkasse durch eine sich verändernde Finanzlandschaft leitete. In den frühen 2000er Jahren war ein solches Image wertvoll. Investoren wollten Institutionen, die traditionell aussehen konnten, während sie sich wie Wachstumsunternehmen verhielten. Killinger bot ihnen das. Die Bank expandierte, das Verbraucherkreditgeschäft wuchs, und WaMu konnte sich als erfolgreiche nationale Franchise präsentieren, anstatt als regionales Relikt.
Die psychologische Falle ist in den Anreizen der Zeit sichtbar. Wenn ein CEO für Skalierung, vierteljährlichen Gewinn und Marktrelevanz belohnt wird, dann beginnt Risiko als statistische Abstraktion zu erscheinen, anstatt als menschliche Konsequenz. In dieser Welt sind gefährliche Hypothekenprodukte nicht offensichtlich unmoralisch, wenn sie als Hilfe für mehr Kunden dargestellt werden, um sich für Häuser zu qualifizieren und Einnahmen zu generieren, die der Markt lobt. Killingers Bedeutung liegt in seiner Toleranz für diese Darstellung.
Sein Schicksal ist ein bekanntes in der Finanzwelt nach der Krise: nicht kriminelle Berühmtheit, sondern rufschädigende Ruine und zivilrechtliche Überprüfung. Er wurde zu einem Symbol einer Führungsklasse, die glaubte, Wachstum könnte Qualitätskontrollfehler überholen. Dieser Glaube war falsch, aber er war im System, das ihn belohnte, nicht verrückt. Er wird daher am besten als Fallstudie in elitärer Normalisierung verstanden, als der Executive, der Marktgenehmigung mit institutioneller Stärke verwechselt.
Die Konsequenz seiner Führung war nicht nur eine gescheiterte Bank. Es war die Institutionalisierung einer Botschaft, dass schlechte Kredite als ein Merkmal und nicht als ein Fehler behandelt werden könnten. Diese Botschaft verbreitete sich durch Filialen, in Verbriefungspools und dann in den Wohnungsmarkt selbst. Killingers Vermächtnis ist das eines Chief Executive, dessen strategische Ambition half, Hypothekenrisiko in ein Geschäftsmodell umzuwandeln.
